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Sunday, May 9th 2010, 2:53pm

"Lichtschießen" und "Senioren Hol- und Bringservice"

In unserem Bezirk Lüneburg hat die Schützenfestsaison 2010 begonnen. Um mir die Festabläufe von anderen Vereinen und deren Ideen und Anregungen für die Ausrichtung eines Heimat- und Volksfestes anzusehen, habe ich mich unter das "Besuchervolk" gemischt und dabei "Hölle und Himmel" erlebt.
Mein persönlicher Schützenfestauftakt bei einem Verein (ca. 150 Mitglieder), der in einem Ort mit über 10 Tausend Einwohnern domiziliert, hat mich sehr betroffen gemacht. Der Festplatz war mit einer Bierbude "gefüllt". Das Kinderschützenfest wurde mit vier Spielen und der doppelten Anzahl von Kindern unter dem verlängerten Dachüberstand des Schützenhauses veranstaltet. Schön , dass drei der wenigen Helfer wenigstens ihrer Raucherlunge eine Freude bereiten konnten.

Im Schützenhaus selber saßen dann endlich ca. 25 Schützenschwestern und -brüder bei ihrem Kommersnachmittag zusammen. Die Stimmung war gut, sie waren alle guter Dinge, weil sie ihr Schützenfest wie all die Jahre feiern konnten - auch im hohen Alter.


An einem zweiten Tisch saßen fünf Jugendliche, die sofort bereit waren, das von mir mitgebrachte Lichtpunktgewehr mit einem Biathlonziel zum Einsatz zu bringen. Als ich vom Preisschießen zurück kam, hatte sich um das Lichtschießen eine kleine Menschentraube gebildet: darunter vier eltern von Kindern die am Kinderschützenfest beteiligt waren, die Bedienungskraft, drei Senioren, die zum ersten Mal sich mit dem Lichtschießen beschäftigt haben sowie vier Kinder und die Jungschützen, die schon kompetent Fragen zum Lichtschießen beantworten konnten und jetzt im Mittelpunkt des Schützenhauses standen.


Die Königsproklamation vor 25 angetretenen Schützen/innen und ca. 20 Besuchern hat mich dann deprimiert und die Frage aufkommen lassen, ob es überhaupt noch einen Sinn macht, sich für Öffentlichkeits- und Nachwuchsarbeit einzusetzen. Das Ergebnis der Königsproklamation:
Kein Schützenkönig,
keine Damenkönigin
eine Jungschützenkönigin die vorher Adjutantin der Vorjahreskönigin war,
ein Jungschützenkönig, der vorher der Adjutant der Schülerkönigin war
eine Bürgerkönigin, die ohne Konkurrenz zum dritten Mal den Titel errang und
ein Bürgerkönig, der auch das Trippel erreichte.
Die Kinderkönige freuten sich ob der Königswürde und eines kleinen Flachgeschenkes über 20 Euro.


Warum schreibe ich das?

Vielleicht gibt es noch andere Schützenfestbeschreibungen, in denen etwas beschrieben wird, was von den Besuchern akzeptiert wurde, sich poitiv auf das Schützenfest ausgewirkt hat.

Deshalb wäre mein erster Punkt für die "Positivliste": Das "Lichtpunktschießen für jung und alt" anbieten.


Mein zweiter Vorschlag für die "Positivliste" ist: Der [b]"Senioren Hol- und Bringservice".[/b]


Diesen Vorschlag habe ich aus dem Besuch des zweiten Schützenfestes mitgenommen, der von einem 220-Mitglieder starken Verein in seinem Schützenfestplakat angeboten und tatsächlich auch intensiv genutzt wurde.

Auf diesem Schützenfest war alles anders: Sechs große Schausteller, junge Vereinsmitglieder, die vergnügt mit Freunden die reichhaltigen Angebote nutzten. Die Kirche hatte dort ebenso einen Stand wie die Feuerwehrkapelle des Nachbarortes. Die Königsproklamation konnte vollständig abgeschlossen werden.

Ihr habt bestimmt noch weitere Ideen und Vorschläge für eine Liste, die hilfreich sein kann, wenn man das eigene Schützenfest attraktiver gestalten möchte, für die Besucher, aber auch für die Schützenfamilie?
Wilhelm

VERLIERER denken darüber nach, warum etwas nicht gehen könnte, GEWINNER denken darüber nach, wie etwas geht.

http://www.netzathleten.de?ref=DPAW3QD9FX4CP&s=2

2

Monday, May 10th 2010, 11:27am

Hallo Wilhelm,
da hast du ja wirklich krasse Gegensätze kennen gelernt.
Auch bei uns ist der Schwund auf dem Festplatz langsam sehr deutlich zu erkennen. Dieser Senioren Hol- und Bringdienst ist eine gute Anregung, da wir, als Kurstadt, einen relativ hohen Altersdurchschnitt haben.
Unser Festplatz ist eigentlich ganz gut mit Schaustellern bestückt, nur die Preise der Fahrgeschäfte treiben gerade mir als Mutter die Tränen in die Augen - wer soll sich das noch leisten können?
Am ersten Schützenfestabend (Freitag) haben wir einen Kommers, der durch einen Fackelumzug zum Rathaus beendet wird, wo dann der große Zapfenstreich stattfindet. Das ist für viele von uns das schönste am ganzen Schützenfest und wird auch von den Besuchern sehr gut angenommen. Da der Abmarsch vom Festplatz um 23Uhr statt findet, kann man so einige auf dem Platz sehen, die ohne dieses Ereignis schon vor dem Fernseher sitzen würden. Am letzten Abend des Schützenfestes haben wir dann - wie sicher fast alle Schützenfeste - ein Höhenfeuerwerk, dass aber immer weniger Besucher anlockt.

Was man bei uns ganz starkt merkt, ist die Wetterabhängigkeit. Regnet es so zwischen 18-20 Uhr ist der Platz leer, weil viele, die sonst zum Tanz gekommen wären (2 Bands in 2 Hallen) lieber trocken zu Hause bleiben.

Samstags findet bei uns der Kinderumzug statt, bei dem die Kinder hinter dem Festumzug oder an der Hand eines Mitmarschierenden auf den Festplatz "gelockt" werden. Leider hat auch hier in den letzten Jahren die Teilnehmerzahl stark abgenommen. Anschließend organisiert die Damenabteilung ein Kinderfest mit Bobbycar-Rennen, Glücksrad und diversen anderen kleinen Spielen. Für die größeren Kinder ist das allerdings kaum noch interessant. Da ist deine Lichtpunkt-Biathlon-Idee richtig gut (ich schau mal, was sich da machen lässt!)
Da aber auch die Mitglieder des Vereins immer älter werden, fehlen sowohl Ideen als auch Initiative. Es wird so gemacht wie schon zu meiner Zeit (vor 30 Jahren) und es sind noch immer die gleichen Leute. Wer will ihnen verdenken, dass da langsam der Akku leer ist.

Also hoffe auch ich an dieser Stelle auf eure Schützenfestschilderungen, die Anregungen bringen.
Ach ja, gut angenommen wird bei uns immer das so genannte "Schützenfrühstück" in der Schützenhalle. Es hat Tradition und auch Nicht-Mitglieder können daran teilnehmen. Schützenfest-Montag um 11Uhr ist für viele ein fester Termin.

So, das war's erst mal von mir.
Jetzt seid ihr dran :thumbsup:
Sylvia

3

Monday, May 10th 2010, 11:15pm

Ein gemeinsames Frühstück für alle

Hallo Sylvia,

ein einfaches gesundes Fühstück für jedermann, aufgebaut als attraktives Frühstücksbüfet ist bestimmt eine sehr gute Idee um mit Nichtmitgliedern in Kontakt zu kommen. Wenn sich jeder Schütze vornimmmt seine Nachbarn mit einzuladen, oder sogar Freunde und Verwandte mitzubringen führt das schnell zu einer fröhlichen Frühstücks- und Festgemeinde.

Damit die Veranstaltung Format und Organisation zulässt, sollte jedoch mit vorheriger Anmeldung der Umfang vom Angebot und der finanzielle Einsatz kalkuliert werden. Ein Spendentopf für die Teilnehmer sowie heimische Anbieter von Frühstücksbestandteilen als Sponsoren sorgen für eine win-win-Situation.
Wilhelm

VERLIERER denken darüber nach, warum etwas nicht gehen könnte, GEWINNER denken darüber nach, wie etwas geht.

http://www.netzathleten.de?ref=DPAW3QD9FX4CP&s=2

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Wednesday, June 16th 2010, 10:59am

kann dir nur zustimmen das wären super Vorschläge die nicht schwer Umzusetzen sind und dennoch viele Leute vllt. ansprechen würde

naja was mich an euren Erzählungen nur stört ist das Schützenfest denn um ganz ehrlich zu sein ich kenne keinen Verein im Gau Freising der so etwas Veranstaltet bzw. unser Verein auch nicht.

5

Wednesday, June 16th 2010, 8:18pm

Hallo LDS,
warum stört dich das Schützenfest denn so? Der Begriff oder die Veranstaltung an sich?
Bei uns im Ort ist das der Höhepunkt des Jahres. Viele Schützen, die noch im Verein sind, aber nicht mehr hier wohnen, komen extra deswegen wieder mal zu Besuch. Und beim Festumzug stehen dann doch einige Leute an der Straße.
Viele können mit dem Traditionellen mehr anfangen als mit dem Schießsportlichen, weil sie es durch Schützenfest und Schützenball eher sehen. Bei uns kriegen sie Beides.
Was macht ihr bei euch denn so? Auch ein Fest oder bleibt ihr Schützen unter euch?
Liebe Grüße, Sylvia

6

Wednesday, June 16th 2010, 11:51pm

Hallo LDS,

ich komme auch aus Bayern und leider gibt es in unseren Gefilden keine solchen Schützenfeste wie weiter nördlich der Republik. Ich denke, dass ist fast mit einer Fahnenweihe bei uns zu vergleichen.

Wir haben halt eher Beteiligungen an Festen, wie z.B. Kirta (=Kirmes) im Ort, Preisschießen oder Feierlichkeiten innerhalb des Vereins. Große Schützenfeste sind bei uns eher unüblich.
Schöne Grüße aus Niederbayern
dingo

Kgl. priv. FSG Ering
Jugendleiter
Gaujugendsprecher

7

Thursday, June 17th 2010, 12:00am

Hallo LDS,
warum stört dich das Schützenfest denn so? Der Begriff oder die Veranstaltung an sich?
Bei uns im Ort ist das der Höhepunkt des Jahres. Viele Schützen, die noch im Verein sind, aber nicht mehr hier wohnen, komen extra deswegen wieder mal zu Besuch. Und beim Festumzug stehen dann doch einige Leute an der Straße.
Viele können mit dem Traditionellen mehr anfangen als mit dem Schießsportlichen, weil sie es durch Schützenfest und Schützenball eher sehen. Bei uns kriegen sie Beides.
Was macht ihr bei euch denn so? Auch ein Fest oder bleibt ihr Schützen unter euch?
Liebe Grüße, Sylvia
Hallo Sylvia,

mich stört doch nicht euer Schützenfest. Ich finde das ehrlich gesagt super

Nur was mich stört, ist die Tatsache das es sowas bei uns nicht gibt und in unserer Region eine extreme Ablehnung gegen
den Schießsport spürbar ist. Letztens war ich als Fähnrich auf einen Schützenumzug weil ein benachbarter Verein Jubiläum gefeiert hat
und es waren grob geschätzt 25 Leute in dem Ort auf der Straße um sich den Umzug anzusehen 25 von 3500 Leute die in dem Ort leben.
Das ist das traurige an der ganzen Geschichte und aus der Ausfleischung des Schießsports durch unsere Medien.

letztens hat mir einer meiner Jungschützen erzählt das seine Eltern, wenn er nicht schon 16 gewesen wäre, Ihm nie das Anmeldeformular
für unseren Verein ausgefüllt hätten weil sie gegen solch grausame und gewaltverherrlichende Sportart wie das Schießen sind und das doch
förmlich Ausbildungslager für Jugendliche mit psychischen Problemen sind. Letztendlich haben sie Ihm nur unterschrieben weil er es von seinem eigenen Geld zahlt und seine Freunde dabei sind.

Daraufhin hab ich im Gemeindeschaukasten an die Eltern in unserer Gemeinde geschrieben und bin dringlichst auf dieses Thema eingegangen.

Wenn Interesse besteht kann ich ihn hier auch einmal im Forum posten.

LG

LDS

8

Thursday, June 17th 2010, 12:23am

Hallo LDS,

an diesem Schreiben hätte ich schon Interesse. Es fehlt einfach die Aufklärung über den Schießsport in der Bevölkerung. Die haben total falsche Ansichten davon.

Ich bin übrigens auch in deinem Alter (bin 21) und auch Jugendleiter bei uns im Verein. Ich kann dir auch ein schönes Beispiel liefern von einer Jungschützin. Ihre Eltern wollten sie nicht schießen lassen, da sie gegen den Schießsport waren (zu viel Gewalt, sahen keinen Sinn, kein richtiger Sport waren die Argumente). Ein Bekannter und zugleich selbst Schütze konnte sie aufklären und umstimmen.
Nun ist ihre Tochter sehr erfolgreich, zweimalige Jugendkönigin, schießt in der Auswahl und auf der Bayerischen Landesmeisterschaft und natürlich ist sie so auch öfters in der regionalen Zeitung. Nun sind die Eltern sehr stolz auf sie, sind sehr hilfsbereit und stehen mir oft als Fahrdienst für die Schützenjugend bereit, wenn ich jemanden brauche. Sie wollen sogar nach München zur Landesmeisterschaft fahren.
Das ist doch mal ein Beispiel mit gutem Ausgang.
Schöne Grüße aus Niederbayern
dingo

Kgl. priv. FSG Ering
Jugendleiter
Gaujugendsprecher

9

Thursday, June 17th 2010, 3:11am

Hallo Dingo,

Es freut mich zu hören das sich auch andere in meinem Alter, ins Vereinsgeschehen mit einbeziehen, bei uns im Verein ist das eher eine Seltenheit und somit bin ich als Jugendleiter und Fähnrich, ausser meiner Jugendsprecherin der jüngste in unserer Vorstandschaft und bekomme natürlich von manchen Personen ordentlich gegenwind da von zu wenig Erfahrung und naivität meinerseits gesprochen wird. Aber ich kenn diese Problematik nur zu gut wenn jemand eine Abteilung so gut wie nur möglich saniert wollen alle ein Teil des Kuchens abhaben.

Natürlich sind solche Wendungen immer leichte Hoffnungsschimmer am dunklen Horizont, dennoch ist die Aufklärung über unseren Sport
von sehr viel Falschmeldungen und Bildern getrübt worden, trotzdem freut es mich natürlich immer wieder von geläuterten Eltern zu hören.
^^

Desweiteren füge ich natürlich den offenen Brief als Dateianhang an diesen Post hinzu.

mfg

LDS
LDS has attached the following file:
  • Schaukasten.doc (14.34 kB - 15 times downloaded - latest: Jul 8th 2010, 1:31pm)

10

Thursday, June 17th 2010, 7:23pm

Ich finde dein Schreiben wirklich gut. Man sieht, du hast dir wirklich Gedanken gemacht und wer weiß, vielleicht kann man wirklich ein paar wachrütteln und wenn auch nur einer kommt, dann war es das schon wert.

Weiter SO!!
Schöne Grüße aus Niederbayern
dingo

Kgl. priv. FSG Ering
Jugendleiter
Gaujugendsprecher

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Thursday, July 8th 2010, 1:40pm

Schützenfest -Fußball-WM - Public Viewing

Auf meiner Schützenfesttour ist mir aufgefallen, dass es einige Vereine gibt, die ihr Schützenfestprogramm wohl schon im Winter d. J. festgezurrt haben, ohne auf das Großereignis Fußball-WM einzugehen.

Nicht anders ist es zu erklären, dass eine Königsproklamation von 16 Uhr (Spielbeginn Deutschland: Argentinien) kurzfristig eine Stunde vorverlegt wurde. Nach der Proklamation ging es mit dem gesamten Schützenzug (50% der sonst in anderen Jahren angetretenen Mitglieder) direkt in die nahegelegene kühle Kartoffelhalle, die eigens für das Public Viewing vorbereitet wurde.

Die Schausteller haben in der Zeit des WM-Spiels ihre Fahrgeschäfte abgebaut und haben das Schützenfest verlassen.
Wilhelm

VERLIERER denken darüber nach, warum etwas nicht gehen könnte, GEWINNER denken darüber nach, wie etwas geht.

http://www.netzathleten.de?ref=DPAW3QD9FX4CP&s=2